Jeder, der schon einmal ein Autorennen im Regen gesehen hat, weiß, dass die Gischt hinter den Autos sehr ernste Probleme verursacht. Und er weiß auch, dass diese Geschichte stark verzerrt ist.
All das ist natürlich nicht unerheblich, dennoch lässt sich klar feststellen, dass die FIA diese Geschichte maßlos übertreibt. Dies hat in der Vergangenheit und in jüngster Zeit zu noch größeren Problemen geführt, doch sind Wettbewerbe deswegen nicht in Skandale versunken. Die Fahrer beschwerten sich nicht ständig über das „zusätzliche Risiko“, und der Internationale Motorsportverband kam nicht mit derart idiotischen Lösungen und Plänen daher, dass selbst eine Person mit minimalem ästhetischen Empfinden die Haare zu Berge stehen würde …
Doch leider sind diese Zeiten vorbei. Die Welt strebt immer stärker nach politischer Korrektheit und Überversicherung – und der Motorsport bildet da keine Ausnahme. Das Geschäft ist viel wichtiger geworden als die Heiligkeit des Sports selbst. Der Unberechenbarkeits- und Gefahrenfaktor, der die Formel 1 so aufregend macht, beginnt zu verschwinden. Verstehen Sie mich nicht falsch: Niemand sieht gerne Unfälle auf der Strecke, in keiner Serie. Aber jeder kann beruhigt sein: Das ist nicht der Grund, warum die FIA ihren eigenen ästhetischen Schnitzer begeht. Viel wichtiger ist, dass der „Konsument“ Spaß hat und ihn bei diesem Erlebnis nichts stört. Weder der Regen noch der, der auf den Tickets jedes lohnenden Rennens steht: „Motorsport ist gefährlich“

Doch Letzteres wird sich, solange die Welt die Welt ist, nicht ändern. Und wenn doch, dann wird es kein klassischer Auto-/Motorsport sein. Besser wäre es, wenn sich das auch die Schiedsrichter zu Herzen nehmen würden.